Historisches

 

Die Wettiner lieferten in ferner Vergangenheit nicht nur Markgrafen, Kurfürsten und Könige in verschiedene Länder, sondern ab

etwa 1700 bis 1740 auch Steinkohle zum Salzsieden nach Halle.

Das Wettiner Revier hatte zu dieser Zeit sogar größere technische und wirtschaftliche Bedeutung als die bekannten Abbaustätten

im Ruhrgebiet.

Als dann aber die hallischen Salinen mit der billigeren Braunkohle feuerten, erfolgte ein Rückgang der Steinkohleförderung. Erst als

es möglich wurde, die Steinkohle der Wettiner Schächte zu verkoken, kam es wieder zu höheren Fördermengen (42 000 t im Jahr).

Diese für die Bergleute der Region gute Zeit endete dann mit dem Jahr 1872, und 1896 ging der ca. 500 Jahre alte

Steinkohlenbergbau im Wettiner Revier endgültig zu Ende.

Viele große und kleine Bergehalden zeugen in der nördlichen Umgebung von Wettin heute noch von der schweren Arbeit der Bergleute.

Die Halde des König Georg Schachtes auf dem Schachtberg ist die größte davon. Sie lieferte einen Teil der hier vorgestellten Fossilien.

Während es im Wettiner Abbaugebiet 137 Schächte gab, waren es im Löbejüner Revier, ohne die Lichtschächte mitzuzählen, nur 44.

Hier ging der Abbau in der ersten Phase von 1778 bis 1883 um. 1795 wurde für die Wasserhaltung die erste in Deutschland gebaute

Dampfmaschine eingesetzt.

Dadurch war auch das Revier ab Ende des 18. Jahrhunderts bergbautechnisch führend.

Nach dem 2. Weltkrieg kam es von 1954 bis 1960 zu einer zweiten Phase des Kohleabbaus im alten Martinschacht.

Während dieser wenigen Jahre erhielt das historische Baufeld den Namen Jupp-Angenfort-Schacht.

Von den damals entstandenen, inzwischen teilweise zugewachsenen kleinen Halden stammen ebenfalls verschiedene fossile

Pflanzen- und Tierreste, die im Beitrag vorgestellt werden.

Die Steinkohlenhalde von Plötz überragt durch ihre Höhe von ca. 30 m beinahe ihre gesamte Umgebung, außer den nahen,

schon durch Goethe bekannt gewordenen Petersberg.

Im Plötzer Revier existierten 17 Schächte. Der bekannteste davon ist der Carl-Moritz-Schacht. Dieser wurde bis 1967 als

Förderschacht genutzt. (Seit kurzer Zeit heißt eine kleine Straße, die sich in der Nähe der Halde befindet, Carl-Moritz-Straße.)

Von 1856 bis 1967 wurde Kohlegefördert. Mit der Schließung des Werkes Plötz endete der Steinkohlebergbau in der

Saale-Senke nördlich von Halle nach insgesamt 585 Jahren.

 

 

 Halde des König Georg Schachtes bei Wettin, Mai 2006

Haldenlandschaft bei Löbejün mit der großen Halde von Plötz im Hintergrund, Mai 2007

Die Halde von Plötz, Oktober 2004

 

 

(Quelle: Aue, Jochen; Rohrlack, Elisabeth: "Neue Aufsammlungen fossiler Pflanzen und Tiere von den alten Steinkohlenhalden

der Saale-Senke", In: Abhandlung und Berichte für Naturkunde Nr. 30, 2007, S. 150-153)